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Die letzte Ruhestatt

Art und Ort der Bestattung richten sich zunächst nach dem Willen des Verstorbenen. Hat der Verstorbene Wünsche in dieser Hinsicht geäußert, so vertraut er in der Regel auf das Pietätsgefühl seiner Angehörigen. Fehlt es an einer Willensäußerung des Verstorbenen, entscheiden die Angehörigen über Art und Ort der Bestattung.

Die Wahl der Bestattungsform und die Art des Grabes sollten der Persönlichkeit des Verstorbenen entsprechen. Mit zu bedenken ist, wer sich später um die Grabpflege kümmern möchte, und wer regelmäßig das Grab aufsuchen wird. Entsprechend der heutigen Lebensführung kommen unterschiedliche Bestattungsformen in Frage. Wir möchten Ihnen hier die wichtigsten vorstellen:

Die Erdbestattung

Definition:

Die Erdbestattung im Sarg ist derzeit bei uns noch die geläufigste Bestattungsart. In der christlich geprägten Welt ist die Verwendung eines Sarges teilweise vorgeschrieben.

Ein Verstorbener darf frühestens 48 Stunden und muss spätestens 96 Stunden nach Eintritt des Todes beerdigt werden. Bei der Berechnung der Bestattungsfrist bleiben die Sonntage, gesetzlichen Feiertage und Samstage unberücksichtigt.

Der Friedhof ist in der Regel frei wählbar, üblicherweise wird der Verstorbene jedoch an seinem Wohnsitz beerdigt. Einige Kommunen bestehen wegen zu großer Auslastung nicht auf diese Regelung.

Bei den Grabstätten wird zwischen Reihengräbern und Sondergrabstätten unterschieden. Gegen eine Nutzungsgebühr wird für einen bestimmten Zeitraum (z. B. 15 Jahre) das Nutzungsrecht an einer Grabstätte erworben.

Die Feuerbestattung

Definition:

Die Feuerbestattung ist die mit religiösen oder weltanschaulichen Gebräuchen verbundene Übergabe des menschlichen Leichnams an das Feuer.

Sie wird in den letzten Jahren immer häufiger gewählt.
Im Gegensatz zur Erdbestattung muss eine persönlich geschriebene Willensbekundung vorliegen, die entweder von der betreffenden Person selbst (z. B. im Rahmen eines Bestattungsvorsorgevertrages), oder aber auch von Ehepartnern, Kindern bzw. Verwandten 1. Grades nachträglich angeordnet werden kann. (Entsprechende Vordrucke können selbstverständlich bei uns angefordert werden.)

Eine Trauerfeier kann entweder vor der Einäscherung (Verabschiedung) also noch mit Sarg, oder nach der Einäscherung (Urnenbeisetzung) erfolgen.

Die Trauerfeier kann, je nach Wunsch der Hinterbliebenen, an verschiedenen Friedhöfen bzw. Kirchen, jedoch auch im Krematorium (z. B. Krematorium Traunstein) oder auf einem Schiff (Urnenseebestattung) stattfinden.

Die Beisetzung der Urne erfolgt in der Regel:

  • In einem Urnenwahl- oder Urnenreihengrab
  • In einem Wahlgrab, in dem auch Särge beigesetzt werden können, wenn die Friedhofssatzung dieses zulässt
  • In Kolumbarien
  • In Urnenhainen oder Urnenwänden
  • Anonym auf dafür bestimmten Gräberfeldern (z. B. am Friedhof Waldkraiburg)
  • Zur See (z. B. Nord- und Ostsee, Adria)

Die Seebestattung

Einer Seebestattung geht in Deutschland grundsätzlich eine Einäscherung voraus (siehe auch Feuerbestattung).
Wie bei der „normalen“ Feuerbestattung ist dafür die Willensbekundung der Person selbst, oder die nachträgliche Anordnung des Ehepartners bzw. Kinder oder Verwandten 1. Grades notwendig.
Eine Trauerfeier kann entweder vor der Einäscherung (Verabschiedung) also noch mit Sarg, oder nach der Einäscherung (Urnenbeisetzung) erfolgen.
Die Trauerfeier kann, je nach Wunsch der Hinterbliebenen, an verschiedenen Friedhöfen bzw. Kirchen, jedoch auch im Krematorium (z. B. Krematorium Traunstein) oder auf dem Schiff im Rahmen der Urnen-Seebestattung stattfinden.

Durch den Kapitän wird die genaue Position festgestellt, an der die Spezialurne (im Wasser löslich) dem Meer übergeben wird. Der gesamte Vorgang wird im Logbuch festgehalten und eine Kopie des Logbuchauszuges sowie der Seekarten mit exakter Positionsangabe den Angehörigen zugesandt. Selbstverständlich können Angehörige die Fahrt auf See auch begleiten.

Die Seebestattung wird in den meisten Fällen in der Adria, Nord- und Ostsee durchgeführt.

Die Natur-, Baum- und Waldbestattung

Auf bestimmten Friedhöfen oder ausgewiesenen Wäldern können Urnen im Wurzelbereich eines Baumes beigesetzt werden. Der natürliche Waldcharakter muss erhalten bleiben.

Eine weitere Form der Naturbestattung ist die Almwiesenbestattung. Hierbei wird entweder die Urne in einer Wiese beigesetzt, oder aber die Asche frei auf der Almwiese verstreut. Da in Deutschland Bestattungszwang herrscht, findet dies zurzeit hauptsächlich in den Schweizer Bergen statt.

Die Diamantbestattung

Seit einigen Jahren ist es möglich, die Asche des Verstorbenen zu einem Diamant zu formen und diesen zu einem Schmuckstück weiterzuverarbeiten.

Weitere Informationen finden Sie unter http://www.algordanza.de/

Alternative Bestattungsformen

In den letzten Jahren sind weitere Bestattungsformen hinzugekommen, über die wir Sie auf Wunsch gerne informieren. Bei allen alternativen Bestattungsformen wird das Einverständnis des Verstorbenen vorausgesetzt. Sollte dieser seinen Wunsch nicht persönlich geäußert oder festgehalten haben, sind die nächsten Angehörigen aufgefordert, in seinem Sinne zu entscheiden.

Nicht auf jedem Friedhof ist jede Bestattungsform möglich. Wir informieren Sie gerne detailliert über die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Möglichkeiten und deren Kosten – bitte sprechen Sie uns an!

Die Umbettung

Definition:

Die Umbettung ist die Aushebung einer bestatteten Person zum Zwecke ihrer unverzüglichen Wiederbeisetzung in einer anderen Grabstelle.

Für die Umbettung von Überresten nach der abgelaufenen Ruhefrist bzw. von Urnen ist der Friedhofsträger allein zuständig.
Eine Umbettung hat in der kalten Jahreszeit zwischen Oktober und März zu erfolgen.

Die Wiederausgrabung

Eine Wiederausgrabung, zu der die Ordnungsbehörde des Bestattungsortes ihre Zustimmung geben muss, erfolgt um nachträglich wichtige Umstände der Todesursache zu klären.

Antragsberechtigt sind:

  • Der Staatsanwalt oder das Gericht
  • Das Versorgungsamt
  • Die gesetzliche Unfallversicherung
  • Berechtigte Angehörige

Die Kosten sind jeweils vom Veranlasser zu tragen.